Mehr als 130 Gäste aus der Region Braunschweig konnte der Marketing-Club Braunschweig zu seiner AWARD Verleihung 2009 im neuen Veranstaltungszentrum des Gästehauses der Salzgitter AG in Salzgitter begrüßen. 130 Gäste erlebten im Rahmen eines festlichen Abends, wie 2 Sieger gekürt wurden.
Angetreten war der MC mit der Zielsetzung, einen Marketingpreis für die Region zu schaffen, der eine Auszeichnung von besonders innovativen und/oder erfolgreichen Marketingleistungen sein soll. Damit möchte der Marketing-Club Braunschweig auf die weiter zunehmende Bedeutung des Marketings für den Unternehmenserfolg verweisen und sensibilisieren, herausragende Marketingleistungen auszeichnen und unterstützen.
Zwei Marketing-Löwen wurden vergeben. Der Förderpreis zeichnet Marketingleistungen aus den Bereichen studentische Abschlussarbeiten, Lehre und Forschung, Bildungseinrichtungen allgemein aus. Das Preisgeld für diese Auszeichnung beträgt 1000 € und ging zusammen mit dem Löwen an Martin Fiedler, Student der Wirtschaftsinformatik am Institut für Marketing, Prof. Dr. Wolfgang Fritz an der TECHNISCHEN UNIVERSITÄT CAROLO-WILHELMINA ZU BRAUNSCHWEIG mit dem Thema: „Determinanten der Entstehung von Kundenzufriedenheit im Online-Handel“. Beworben haben sich insgesamt 5 TeilnehmerInnen aus den Bildungsstätten der Region.
Der Hauptpreis zeichnet besondere Marketingleistungen von Unternehmen, Initiativen, Non-Profit Organisationen aus, die ihren Hauptsitz im Gebiet des Marketing-Club Braunschweig haben, es ist die Region zwischen Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter, Peine, Gifhorn, Helmstedt und Wolfenbüttel. Den Löwen 2009 bekam der Inhaber Ulrich Dörflinger, Inhaber der REBMANN MASSKONFEKTION aus Braunschweig/Hannover überreicht. Für den Hauptpreis waren 7 kompetente Unternehmen aus der Region in den Ring gestiegen.
Mit der Einführung des Marketing-Preises ist dem MC Braunschweig ein guter Wurf gelungen. Nur zufriedene Gesichter konnten an dem Abend beobachtet werden. Vorzügliche Speisen und Getränke, eine perfekte Organisation des AWARD-TEAMS, eine hochkarätige Jury, die für würdige Preisträger gesorgt hat und eine musikalische Unterhaltung von Anke Angel, „The Boogie Lady“, am Schimmel-Klavier, die man sonst nur für viel Geld in den Bars dieser Welt hört. Eine gelungene Veranstaltung, die den Marketing-Club weiter in der Region profiliert, und deren Mitglieder sich schon heute auf das 25 jährige Jubiläum freuen, das am 29. Oktober 2010 gefeiert werden soll.
DLR / Lufthansa Marketingpreisträger 2008
Der Marketing-Club Braunschweig war zu Gast mit seinen Mitgliedern und Gästen bei der DLR, dem Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt. Nicht nur Mitglieder und Gäste aus der Region konnte der Präsident, Norbert Gabrysch, begrüßen, sondern auch Besucher von den befreundeten Marketing-Clubs Harz und Hannover. Anlass des Besuches war die Präsentation des Marketing-Preisträgers 2008, die Deutsche Lufthansa.
Ein kurzer Hinweis auf DLR: Das Institut hat ca. 6.200 MitarbeiterInnen, an 29 Instituten im In- und Ausland, mit insgesamt 13 Standorten, davon einer der wichtigsten in Braunschweig am Flughafen. Alle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind in internationale und nationale Kooperationen eingebunden. Ein besseres Umfeld für die blendende Präsentation von Herrn Dirk Schwarze, Leiter Marketing-Kommunikation, Deutsche Lufthansa AG, konnte hier in der Region nicht gefunden werden.
Die Präsentation war ein Lehrstück für Marketing-Erfolg par Excellenze. Dem technisch ausgerichteten Führungsanspruch der Airline wurde seit vielen Jahren eine vorbildliche, kundenorientierte Marketing-Strategie hinzuaddiert. Diese Kombination macht die Lufthansa zu einer der stärksten Marken weltweit. In einem aggressiven Verdrängungsmarkt hat es Lufthansa geschafft, sich erfolgreicher als andere zu entwickeln. Globales Marken-Management ist von besonderer Bedeutung, um sich auf die vielfältigen Kunden-Segmente einzustellen, dabei schafft Lufthansa auch Bestnoten bei der Kundenzufriedenheit. Die Konzentration auf die Kernkompetenzen hat sich ausgezahlt, wie auch ein exzellentes Customer Relationsip Management. Leitlinien sind die Markenwerte der Lufthansa wie individueller Service, hohes Qualitätsversprechen, Glaubwürdigkeit, Innovationskompetenz und das Streben nach Leadership, die von den Mitarbeitern in allen Unternehmensbereichen gelebt werden.
Ein würdiger Preisträger hat sich in Braunschweig vorgestellt. Viel Applaus nach der Präsentation, zufriedene Gesichter hat man gesehen, als gegen 22 Uhr die Gäste den Heimweg angetreten haben. Nicht zuletzt erreicht auch durch ein vorzügliches Büfett, das uns in bewährter Form vom „Restaurant zur Rothenburg“ angeboten wurde.
UNICEF Charity Lady Ann Katrin Linsenhoff beim MC Braunschweig
UNICEF wurde als Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen 1946 gegründet, um Kinder aus Europa nach dem 2. Weltkrieg zu helfen. Heute unterstützt das Hilfswerk in 160 Staaten Kindern und Müttern in Fragen der Gesundheit, Ernährung und Bildung und leistet humanitäre Hilfe in Notsituationen.
UNICEF Deutschland wurde 1953 in Köln gegründet. Im Februar 2008 trat die damalige Vorsitzende des deutschen Komitees die frühere Ministerpräsidentin Schleswig-Holstein aufgrund von finanziellen Unstimmigkeiten im Vorstand zurück. Es war von Verschwendung von Spendengeldern die Rede und von dubiosen Finanzgebaren bei der Vergabe von Beraterverträgen. Anfang April trat aufgrund des öffentlichen Drucks der gesamte Vorstand UNICEF zurück. Die Spendeneinnahmen sind um 20% zurückgegangen, das Spendensiegel wurde aberkannt, der Schaden beläuft sich seither auf ca. 20 Mio. Euro.
Seither bemüht sich der neu gewählte Vorstand und mit dabei Frau Ann Katrin Linsenhoff darum, dass verloren gegangene Vertrauen wieder herzustellen. Ann Katrin Linsenhoff bekannt als eine der erfolgreichsten deutschen Dressurreiterin, gründete 2002 unter dem Dach der UNICEF eine eigene Stiftung für Kinder in Not. Alle zwei Jahre öffnet sie ihr Gestüt Schafhof im Taunus für das Publikum, zuletzt mit 44.000 Besuchern. Sie konnte seither 3,3 Mio. Euro sammeln, die Aidskranken Kindern in Kambodscha direkt zukamen. Alle Preisgelder ihrer bekannten Pferde gehen seither ebenfalls an das Kinderhilfswerk.
Seit letztem Jahr bemüht sich der neu gewählte Vorstand an der Spitze mit Dr. Jürgen Heraeus, weiteren namhaften Prominenten und 8000 enorm motivierten ehrenamtlichen Helfern in Deutschland, das angeschlagene Image und den Verlust von Spendengeldern wieder herzustellen. Das Zauberwort hier heißt Transparenz. Aus dem bisher eher schmal gehaltenen Geschäftsjahresbericht wurde ein ausführliches Dokument, das detailliert über Finanzen, Arbeitsweisen und Strukturen berichtet. Unterstützt wurde der Vorstand von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wie KMPG, Pricewaterhousecoopers und dem Managementinstitut St. Gallen. Damit ist erstmal das Kapitel Führungskrise abgeschlossen. Allerdings kann sich UNICEF erst 2010 erneut um das Spendensigel bewerben. Bis dahin ist noch ein weiter Weg und bleibt eine große Herausforderung, das Vertrauen der Öffentlichkeit zurück zu gewinnen.
Neue Lust in reifer Schale
50 plus – Warum ignoriert das Marketing die reichste Generation der Welt?
Dies war das Thema des Vortragabends im Braunschweiger Marketing Club am 24. August 2009 im Hause des Mitveranstalters, der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg. Der Referent Bernd M. Michael – nicht nur Präsident des Deutschen Marketing Verbandes, sondern auch eine anerkannte Koryphäe der internationalen Werbeszene mit über 30jähriger Lehr- und Agenturpraxis, unter anderem in leitender Position bei der Grey Global Group – eröffnete seinen Vortrag mit den Fragen: Welches ist die am schnellsten wachsende Zielgruppe? Welche Zielgruppe hat am meisten Kaufkraft? Und welche Zielgruppe ist bereit, zu genießen – und dafür auch Geld auszugeben? Es sind Menschen im Alter von 50 – 79. Die so genannte Generation 50 plus ist eine der reichsten Gesellschaftsgruppen Deutschlands, und eine der größten. Warum also wird diese durchaus gewinn versprechende Zielgruppe von der Werbung ignoriert, karikiert oder klischeehaft dargestellt? Die Antwort liegt im Durchschnittsalter der Produktmanager und Kreativen, die sich meist in den frühen Dreißigern befinden, und so weder Verständnis noch Ambitionen haben, sich mit den Vorstellungen, Ansichten und Wünschen der über 50jährigen auseinander zu setzen. Dabei gewinnt gerade diese Zielgruppe zurzeit mehr und mehr an Selbstbewusstsein. Denn heutzutage wird man nicht älter, man bleibt länger jung. Und so sehen sich „die Oldies“ nicht als alternde Randgruppe, sondern stehen mitten im Leben – und wollen das auch erleben. Die Interessengebiete sind dabei weit gestreut. Die Kinder sind aus dem Haus, das Pflichtbewusstsein gegenüber Arbeitgeber und Familie geht zurück. Statt Pflichterfüllung und Verzicht steht nun Luxus auf dem Programm. Freizeit, Vergnügen und Selbstverwirklichung sind wichtiger als jemals zuvor. »Jetzt bin ich dran«! Auch der Sektor New Media, der bisher den jungen und vermeintlich geistig fitteren, überlassen war, wird nun zusehends von neugierigen 60- und sogar 70jährigen erobert. So halten ganze 61 % der über 50jährigen Navigationssysteme für nützlich, über die Hälfte von ihnen schreibt Emails und viele sind bereit, für gute Beratung auch mehr zu bezahlen. So fragen wir uns, gibt es Gründe, eine selbstbewusste Generation in der längsten Lebensphase mit dem meisten freien Geld und dem großem Nachholbedarf zu ignorieren? Die Antwort an alle faulen, ignoranten und unflexiblen Menschen im Marketing, denen der Blick über den Tellerrand bisher nicht gelingen wollte, kann eigentlich nur lauten »Quäl Dich, Du Sau«!
Dr. Ralf E. Strauß: Marketing in Change
Das Marketing ist in Unternehmen einem hohen Leistungs- und Erfolgsdruck ausgesetzt: berichtspflichtig gegenüber der Unternehmensleitung, vom Vertrieb am Erfolg der Absatzunterstützung gemessen, kritisch beäugt vom Controlling und permanent dem Urteil der Kunden ausgesetzt. Gleichzeitig steht es vor neuen Herausforderungen: umfassend informierten Kunden, abnehmender Kundenloyalität und neuen Kommunikationskanälen. Umso wichtiger, so Dr. Ralf E. Strauß in unserer Juli-Veranstaltung, sei ein systematisches Vorgehen. Oft sei die Marketingplanung nur unzureichend mit der Unternehmensplanung insgesamt synchronisiert. Der Jahresplan sei häufig nur eine Adaption der Planungen aus dem Vorjahr mit lediglich geringen Modifikationen bezüglich der Inhalte und der Zeitplanung.
Der globale Leiter Produktmanagement CRM Marketing der SAP skizzierte verschiedene Bausteine, die die Effektivität und Effizienz von Marketingstrategien erhöhen: klares Prozessmanagement durch einheitliche Nutzung abgestimmter Tools und CRM-Systeme, hohe Transparenz etwa durch eine Meilensteinplanung oder Inhouse-Info-Messen zur Kommunikation der Strategien, Vereinbarung präziser Messgrößen zwischen Marketing und anderen Abteilungen und die Integration der Kundenperspektive, unter anderem durch eine systematische Markt- und Wettbewerbsanalyse. Im Vordergrund müsse nicht die taktische, sondern die inhaltliche Planung stehen, die die verschiedenen Kundenzyklen, Zielgruppen und -märkte sowie aktuelle Studien berücksichtigt. Auf diese Weise könne das Marketing beweisen, was es wert ist und welchen Beitrag es zum Unternehmenswert leistet.