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„Wir haben eine eigene Welt erschaffen.“
Das touristische Konzept des paläon GmbH Forschungs- und Erlebniszentrums Schöninger Speere
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Schon von Weitem ist das paläon gut zu sehen: Hier ist etwas Besonderes! Auf weiter Flur ragt ein moderner, architektonisch ausgeklügelter Bau scheinbar aus dem Nichts hervor. Sinnbildlich lässt sich diese optische Wahrnehmung auf den Überraschungsfund der Speere und viele weitere Entdeckungen in diesem Areal übertragen. – Sie kamen ebenfalls scheinbar aus dem Nichts.

Vor zwanzig Jahren wurde der erste Speer in Schöningen entdeckt
Obwohl das paläon erst seit einem Jahr und einem Monat eröffnet ist, hat es selbst auch schon eine eigene kleine Geschichte nachzuweisen. Denn so richtig los ging es mit der Entdeckung der Speere im Jahr 1994. Im Tagebau sollte hier Braunkohle abgetragen werden, wobei zufällig auf die Speere gestoßen wurde. Innerhalb von 24 Stunden wurde entschieden: Dieser Fund geht vor!

Bei den Ausgrabungen fanden die Forscher heraus, dass an der Stelle des Tagebaus ein See gelegen hat, an dessen Ufer der Homo Heidelbergensis mit Speeren Jagd auf Wildpferde machte und diese auch gleich an Ort und Stelle zerlegte, was anhand der Knochenspuren nachgewiesen werden konnte. Doch wie ging es weiter?

Im Jahr 2000 wurde ein Förderverein gegründet und 2006 eine Machbarkeitsstudie für ein Forschungs- und Erlebniszentrum beauftragt. Als dann 2009 das Konjunkturpaket II kam, wurde dank der bereits vorliegenden Studie für den Bau des Zentrums gestimmt und 2011 gab es den ersten Spatenstich zum Bau.

Im Juni 2013 wurde das Zentrum offiziell eröffnet. Dabei gab es marketingtechnisch einen kleinen Supergau: Ein Video, das die realistische Zerlegung von Pferdefleisch nach dem historischen Vorbild zeigte, wurde schnell zum kritischen Gesprächsthema – doch mitreden konnte nur, wer es gesehen hatte.

Das paläon - Die touristische Entwicklung eines Forschungs- und Erlebniszentrums
„In ein normales Museum geht man durchschnittlich genau drei Mal. Das erste Mal mit der Schule, das zweite Mal mit den eigenen Kindern und beim dritten Mal mit den Enkeln,“ erklärt Thomas Neubert, der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit, Vertrieb und Veranstaltungen des paläon GmbH Forschungs- und Erlebniszentrums Schöninger Speere einleitend vor dem Marketingclub Braunschweig. Dies sollte hier anders werden.

Die Speere wurden an drei Fundplätzen rund um den Schöninger Tagebau gefunden und bilden heute das Herzstück einer eigenen paläon Welt, die von den Verantwortlichen des Forschungs- und Erlebniszentrums erschaffen wurde. Dr. Florian Westphal ist einer von ihnen. Der Archäologe ist der Leiter des paläons und ist während seines lebendigen Vortrags vor den Mitgliedern des Marketingclubs zeitgleich stolz und selbst fasziniert von den Entdeckungen, die hier zugänglich gemacht werden.

Da werden E-Bikes bereitgestellt, mit denen Besucher das Areal auf eigene Faust und extra angelegten Wegen erkunden und die Ausgrabungsstellen besuchen können. Auf einer Gesamtfläche von 24 Hektar kann die charakteristische Landschaft des Paläolithikums mit seinen wiesenartigen Steppen und Wald ausgekundschaftet werden – inklusive einer grasenden Herde von Wildpferden.

Im Haus selbst gibt es verschiedene Bereiche mit Dauer- und Sonderausstellungen – derzeit in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Wolfsburg. Kooperationen wie diese oder auch mit dem National Geographic sind es, die weitere Kreise ziehen sollen. Ins Bewusstsein wird das paläon derzeit auch in Berlin und bald auch Hannover gerückt – dank großer Plakatkampagnen. Das paläon ist deutschlandweit eins von vier archäologischen Zentren, die alle Mitglied bei der Ice Age Europe sind, einem europäischen Netzwerk für den Austausch unter Museum.

Thomas Neubert, der immer wieder neue Ideen und Ansätze für Veranstaltungen und Ausstellungskonzepte hat wie Konzerte der Richtungen Pop, Klassik oder Jazz, das Besucherlabor, in dem man per Quiz das Forscherdiplom ablegen kann – hatte wieder eine gute Idee: In der Kochschule im August kann man sogar selbst ein Paläo-5-Gang-Menü kochen – unter fachlicher Leitung von Daniel Schwerdtfeger, der als Küchenchef des paläon das Restaurant flintstone leitet. Mehr Informationen dazu gibt es hier: http://www.palaeon.de/84+M53cc510910a.html

Man darf also noch viel erwarten, von dem paläon in Schöningen. Oder wie Thomas Neubert es ausdrückt: „Wir haben eine eigene paläon Welt erschaffen. Und es gibt immer noch viel zu tun und viel zu erzählen.“ Neuen Gesprächsstoff bieten sicher auch die aktuellen Funde von Zähnen und Schädelteilen zweier Säbelzahnkatzen – auch als Säbelzahntiger bekannt. Wir warten gespannt auf News aus Schöningen.


Zu Gast im Augustinum Braunschweig
Die Möglichkeiten und Freiheiten im 3. Lebensabschnitt
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Ein Lebenskonzept, nicht bloß eine Seniorenresidenz sei das Augustinum, berichtet Johannes Weigl, Stiftsdirektor des weltoffenen und lebendigen Hauses, das direkt an der Oker liegt. Wer das Augustinum für seinen 3. Lebensabschnitt wählt, hat eine ziemlich klare Vorstellung darüber, wie er sein Alter gestalten will. Die Bewohner entscheiden sich für das Augustinum, weil sie wollen, und nicht, weil sie müssen.

Die gemeinnützige Augustinum Gruppe basiert auf 3 Säulen:
1) Leben im Alter,
2) heilpädagogische Einrichtungen für behinderte Menschen und
3) Fachkliniken.

Die Bewohner des Augustinum haben alle Freiheiten bei der Gestaltung ihres Tagesablaufs, man wird nicht reglementiert, kann verreisen, Sport treiben, und wird verköstigt. Das Appartement be-stückt man mit den eigenen Möbeln, die man beim Einzug mitbringt. Als Bewohner wird man ge-tragen von der Lebens- und Leistungsgemeinschaft, man genießt diverse Aktivitäten, Kunst und Kultur, kann sogar seine eigenen Talente einbringen, frei nach dem Motto „alles kann, nichts muss“. Der Empfang ist rund um die Uhr besetzt und es ist  immer ein Ansprechpartner für die Bewohner verfügbar.

Im Fall der Fälle, nämlich der Pflegebedürftigkeit, stehen ausgebildetes Pflegepersonal, eine Notfallbetreuung zur Verfügung. Ein ausgeklügeltes Pflegemanagement sorgt dafür, dass jeder Bewohner erhält, was er braucht und wünscht, sowohl im persönlichen als auch im medizinischen Bereich. Dass dies alles nicht umsonst ist, versteht sich von selbst. Durch einen durchdachten Solidarfonds (PER) verringert sich jedoch die Eigenleistung erheblich, indem man monatlich einen festen Betrag (z. Z. € 84,-) in den Fonds zahlt, um sich wie im Generationenvertrag zu unterstützen und ebenso unterstützt zu werden, wenn man es braucht.

Wie kommt man nun an diese Zielgruppe, die Best-Ager oder auch Silver-Ager, die im Idealfall bereits mit etwa 50 Jahren überlegen und planen, wo und wie sie ihren Lebensabend verbringen wollen? Abgesehen vom Marketingplan samt Anzeigen, Bildern und (inzwischen sehr wenig) Texten kann man wohl sagen, dass die Augustinum Gruppe durch gelebtes Dienstleistungsmarketing nach allen Regeln der Kunst an seine „Kunden“, die zukünftigen Bewohner kommt. Das Konzept, das durch das Leitbild aus folgenden Grundsätzen: Fundament, Kundenorientierung, Wirtschaftlichkeit, Beziehungen, Mitarbeitende, Qualität und Unternehmenskultur getragen und gelebt wird, spricht für sich und kommt in der Zielgruppe nachhaltig gut an.




Text: Karin Limmer

Fotos: Klaus G. Kohn Fotografie.



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